Makroregionale Strategie ohne "Zivilgesellschaft"?

Der europäische Rat hat am 20.12.2013 die EU-Kommission „ersucht“, bis Juni 2015 zusammen mit den Mitgliedsstaaten eine makroregionale Strategie für den Alpenraum auszuarbeiten. Am 17.12 hatte vor EU-Vertretern in Brüssel eine Konferenz der Alpenstaaten und –regionen sowie der Alpenkonvention und Alpine Space stattgefunden, auf der für eine Makroregion Alpen geworben worden ist. CIPRA International hatte dort acht Beobachter der Alpenkonvention – unter ihnen den CAA – vertreten und für einen Einbezug der Zivilgesellschaft in die Erarbeitung der Strategie plädiert. Welche Gremien sich nun in welcher Zusammensetzung sich mit welchen Themen befassen werden, ist zur Zeit noch unklar. Es gab am 20. Januar 2014 bereits ein Treffen des sogenannten „steering committees“, aber ohne Einladung an Vertreter der Zivilgesellschaft. Erst auf einem weiteren Treffen im Februar soll darüber entschieden werden, ob Vertreter der zivilen Gesellschaft überhaupt Einsitz in diesem Gremium erhalten sollen. Unter Koordination der CIPRA wird sich der CAA weiterhin dafür einsetzen.

CIPRA-Information

 

 

Makroregionale Strategie: CAA beteiligt sich an gemeinsamer Initiative mehrere Beobachter der Alpenkonvention
Pressemitteilung der CIPRA, 13.12.13:
NGOs und Netzwerke für eine Makroregion Alpen und die Beteiligung der Zivilgesellschaft 

Am 19. Dezember 2013 entscheidet der Europäische Rat, ob es eine europäische Strategie für den Alpenraum geben soll. Staaten und Regionen feilen seit Monaten an einem entsprechenden Vorschlag – und lassen VertreterInnen der Zivilgesellschaft außen vor. Nun melden sich NGOs und Netzwerke mit einem gemeinsamen Papier zu Wort.

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union entscheiden am 19. Dezember 2013, ob die EU-Kommission einen Vorschlag für eine europäische Strategie für den Alpenraum ausarbeiten soll. Was aber sind die Themen dieser Makroregion? Wie sind die Prozesse der Entscheidungsfindung? Dazu arbeiten seit rund einem halben Jahr die Alpenstaaten und einige ausgewählte Regionen an einem Vorschlag, koordiniert vom französischen Außenministerium. Dieses Dokument will Grundsatzfragen beantworten und, kommt eine europäische Strategie für den Alpenraum, schon konkrete Vorschläge für ihre Umsetzung liefern. Allerdings: VertreterInnen der Zivilgesellschaft, Natur- und Umweltschutzorganisationen, Alpenvereine, Wissenschaft und Alpengemeinden durften bei der Ausarbeitung nicht mitreden.

EU-Strategie für den Alpenraum: auf Erfahrungen und Erfolge bauen
Dabei pflegen diese alpenweiten Netzwerke und NGOs schon lange eine Kultur der Zusammenarbeit und des Austausches. Zum Beispiel über die Alpenkonvention. Sie formuliert Ziele für den Schutz und die nachhaltige Entwicklung der Alpen, bietet Instrumente und eine Grundlage für Kooperationen. Der Geist der Alpenkonvention muss auch in einer europäischen Strategie für den Alpenraum weiterleben, fordern daher NGOs und Netzwerke in den Alpen. Acht solcher Organisationen – CIPRA International, ISCAR, Allianz in den Alpen, CAA, Alpenstadt des Jahres, WWF, proMONT-BLANC und IUCN – haben ihre gemeinsamen Forderung und Vorschläge für eine Makroregion in ein Papier geschrieben. Es enthält Überlegungen, was die Themen einer Makroregion sein sollten, wie die europäische Gemeinschaft und die Alpen mit einer gemeinsamen Strategie gewinnen.

Offene und transparente Prozesse
Kernelement einer europäischen Strategie für den Alpenraum ist eine neue Multilevel-Governance. Dies verlangt die Europäische Kommission, und das fordern auch die acht Organisationen in ihrem Papier. «Eine Makroregion bringt Europa und den Alpenraum nur dann einen Schritt weiter, wenn sie für die Menschen vor Ort einen Nutzen hat», so Claire Simon, Geschäftsführerin der CIPRA International. NGOs als Vertreter der Zivilgesellschaft könnten eine solche neue Strategie vermitteln und die Netzwerkerfahrung aus den Alpen nach Europa tragen. Dafür aber müssen die NGOs an der Ausarbeitung einer europäischen Strategie für den Alpenraum direkt beteiligt werden. 
> PDF des gemeinsamen Positionspapier der acht Organisationen Alpenstadt des Jahres, Allianz in den Alpen, Club Arc Alpin CAA, Internationales Wissenschaftliches Komitee zur Alpenforschung ISCAR, proMONT-BLANC, World Wide Fund for Nature WWF, International Union for Conservation of Nature IUCN.

 

 

 

 

Überprüfungsausschuss der Alpenkonvention vertagt Entscheidung über CAA-Antrag "Piz VAl Gronda"

Am 13.11.13 hat der Überprüfungsausschuss der Alpenkonvention in St. Gallen/CH ausführlich über den Antrag des CAA betreffend einer vermuteten Nichteinhaltung bei der Genehmigung der Tiroler Landesregierung (September 2012) für die Seilbahn auf den Piz Val Gronda zur Erweiterung des Ischgler Skigebietes diskutiert. Der CAA hatte vermutet, dass die Genehmigung nicht Art. 6 (3) des Tourismusprotokolls der Alpenkonvention entspricht. Wegen der vagen Formulierung dieses Artikels und dessen zahlreichen Interpretationsmöglichkeiten hat der Ausschuss noch Klärungsbedarf. Die Diskussion soll nun schriftlich zusammengefasst und ein Konsens gefunden werden, so dass der Ausschuss auf seiner nächsten Sitzung im April 2014 –hoffentlich- eine klare Stellungnahme abgeben wird. Außerdem ist beabsichtigt, ein Dokument zur Interpretation von Art. 6 zu erarbeiten, um zukünftige Entscheidungen zur erleichtern.

Schon am Vortag hat sich der Ausschuss im Rahmen der „Vertiefungsphase“ des neuen Überprüfungsverfahrens dem Thema Tourismus gewidmet. Auf Basis einer Tabelle, die die von den Staaten selbst zugegebenen Defizite in der Umsetzung des Tourismusprotokolls überblicksartig darstellte, wurden Prioritäten festgelegt. Die Staaten werden nun um zusätzliche Informationen zur Umsetzung einiger Artikel gebeten, unter anderem Artikel 6.

Resolution für makroregionale Alpenstrategie

Am 18. Oktober unterzeichneten die Alpenstaaten und Regionen in Grenoble eine politische Resolution für eine makroregionale Alpenstrategie. Dieses Treffen war auf Initiative Frankreichs zustande gekommen, die Zivilgesellschaft – Beobachter der Alpenkonvention und/oder andere NGOs - war nicht eingeladen. Der italienische Vorsitz der Alpenkonvention und Alpenkonventions-Generalsekretär Reiterer bezeugten die Unterzeichnung der Resolution. In einer Pressemitteilung des Ständigen Sekretariats gab Reiterer seiner Hoffnung Ausdruck, dass die EU dann bei der Entwicklung der eigentlichen Strategie einen offenen, konstruktiven und transparenten Dialog mit allen wichtigen Entscheidungsträgern – also auch der Zivilgesellschaft - führt. Der europäische Rat soll am 19. Dezember darüber entscheiden, ob es überhaupt eine makroregionale Alpenstrategie geben wird. Am 17. Dezember ist in Brüssel eine gemeinsame Konferenz von Alpenkonvention, Staaten und Regionen geplant, die die eingeladenen EU-Vertreter von den Vorteilen einer MRS für die Alpen überzeugen soll. Die NGOs sind dort zumindest im Rahmen einer Podiumsdiskussion einbezogen, die CIPRA hat vor, dies zu koordinieren.

Pressemitteilung Ständiges Sekretariat der Alpenkonvention

 

 

NGOs fordern Beteiligung an der Makroregion Alpen

Beobachterorganisationen der Alpenkonvention nehmen mit Befremden Kenntnis von ihrem Ausschluss aus der Makroregion Alpen. Sie fordern ihren Einbezug in den laufenden Prozess für eine makroregionale Alpenstrategie.

Mit der Makroregionalen Strategie Alpen soll künftig die Zusammenarbeit zwischen dem Alpenraum und den umliegenden Regionen und Metropolen gefördert werden. Am Freitag, 18. Oktober 2013, lädt der französische Europaminister Thierry Repentin VertreterInnen der Alpenregionen und -staaten zu einer Konferenz nach Grenoble ein. Die offiziellen Beobachterorganisationen der Alpenkonvention – und somit die Vertreter der Zivilgesellschaft – befinden sich nicht auf der Einladungsliste des Ministers.

Die Beobachterorganisationen haben stets konstruktiv bei der Alpenkonvention mitgearbeitet. Gleichermaßen sind sie auch bereit, sich bei der Erarbeitung einer Makroregionalen Strategie Alpen zu beteiligen und Themenvorschläge einzubringen. Da die Konferenz in Grenoble den Grundstein für die neue Strategie legen soll, ist ein Einbezug der Beobachterorganisationen zwingend erforderlich. Für die Makroregion verlangen die Beobachterorganisationen im Weiteren, dass die in der Alpenkonvention festgelegten Ziele für den Schutz und die nachhaltige Entwicklung der Alpen berücksichtigt werden. Die im Rahmen der Alpenkonvention in den letzten 20 Jahren gemachten Erfahrungen sind dabei eine wichtige Bereicherung für eine Makroregionale Alpenstrategie.

CIPRA, ISCAR, ALPARC, AIDA, Alpenstadt des Jahres, CAA 

Mitgliederversammlung 2013 in Slowenien

Im Ausbildungszentrum des Slowenischen Alpenvereins PZS im Bavšica-Tal nahe Bovec fand am 14.September die jährliche Mitgliederversammlung des CAA statt. Neben den üblichen Tagesordnungspunkten wie Kommissionsberichten, Budget und Jahresplanungen wurde diesmal auch über die Zielgruppen der Positionspapiere und Empfehlungen des CAA diskutiert sowie ein Papier mit 10 Empfehlungen "Mountainbiken - sicher und fair" beschlossen. Diese Empfehlungen wurden unter Federführung der Bergsportkommission und Mitwirkung der anderen beiden Kommissionen erarbeitet. Sie richten sich an die einzelnen Sportler und können von den CAA-Mitgliedverbänden genutzt und publiziert werden. So gelten grenzüberschreitend und alpenweit einheitliche Empfehlungen. Der CAA hat bereits 2011 und 2012 Empfehlungen zum Klettersteiggehen und Bergwandern beschlossen, Empfehlungen für Hochtouren sind in Vorbereitung.
Auf politischer Ebene wird der CAA den laufenden Prozess um die Entwicklung einer Makroregionalen Alpenstrategie weiterhin beobachten und aktiv begleiten. Für Ende März 2014 ist zu dem Thema eine Podiumsdiskussion in München mit Vertretern der verschiedenen Initiativen (u.a. Alpenkonvention, Alpine Space Programme, EU-Kommission, Land Bayern)  vorgesehen, die zum Rahmenprogramm der DAV-Ausstellung "Alpen unter Druck" gehören wird.

Die Kommissionssitzungen 2013

Die Naturschutzkommission traf sich Anfang Mai in Innsbruck. Als Hauptthemen wurden die Übersicht über die Umweltbildung in den Verbänden mit einem gemeinsamen Vorwort sowie die Kommentare zu dem Entwurf „Mountainbike-Empfehlungen“ der Bergsportkommission diskutiert. Der Bereich „Alpine Raumordnung“ soll durch eine Podiumsdiskussion zum Thema Makroregional Alpenstrategie im Rahmen der DAV-Ausstellung zum Erschließungsdruck auf die Alpen Ende März 2014 bearbeitet werden. Im nächsten Jahr wird sich die Kommission außerdem mit dem Thema „Wert der Landschaft“ beschäftigen.

Die Kommission Hütten und Wege hat sich Mitte Mai in Chamonix mit allen mit Wegen in Zusammenhang stehenden Fragen befasst: rechtliche Aspekte und Haftungsfragen, Nutzungskonflikte, Finanzierung der Instandhaltung, Zusammenarbeit mit Tourismusorganisationen, Wegepatenschaften, Probleme durch Gletscherrückzug usw.. Außerdem wurde der aktuelle Stand des Projekts Energieeffizienz im Hüttenwesen besprochen, das jetzt in seine Endphase geht. Die Kommission hat dem Vorstand Georg Simeoni für eine zweite Amtszeit als Kommissionsvorsitzenden vorgeschlagen, er ist mittlerweile gewählt. Die nächste Sitzung der Kommission wird Mitte Juni 2014 vom OeAV ausgerichtet. Neben dem Erfahrungsaustausch soll es um Pachtverträge,  Denkmalschutz und die Hüttenstrategie/Marketing gehen.

Hauptthemen der Bergsportkommission waren Mitte Juni in Villnöss/Südtirol neben dem Informationsaustausch zu Projekten der einzelnen Verbände die Diskussion zu den Empfehlungen zum Mountainbiken und ein Antrag der Kommission an die CAA-Mitgliederversammlung zu den Hochtourenempfehlungen, sowie die Piktogramme zu den Empfehlungen zum Bergwandern, die 2012 verabschiedet wurden. Das nächste Treffen wird Anfang Juni 2014 vom DAV ausgerichtet. Themen sollen u.a. Empfehlungen zur Sicherheit auf Skitouren, die Notfallausrüstung und ein übergeordnetes Bildungsleitbild sein.

 

 

Neuer Antrag auf Überprüfung einer vermuteten Nichteinhaltung der ALpenkonvention: Piz Val Gronda

Der Überprüfungsausschuss der Alpenkonvention hat sich auf seiner 18. Sitzung am 9./10.4. in Ponte di Legno/I mit dem neuen Antrag des CAA auf Überprüfung einer vermuteten Nichteinhaltung der Alpenkonvention bzgl. der Erschließung des Piz Val Gronda befasst. Der CAA geht davon aus, dass die aktuell genehmigte Seilbahn u.a. gegen Art.6 des Tourismusprotokolls verstößt. Der Ausschuss wird in den nächsten Monaten nun weitere Unterlagen und Stellungnahmen, vor allem Österreichs und der EU, einholen und verschiedenen Fragen nachgehen, die aus dem Antrag hervorgehen und auf der nächsten Sitzung im November hoffentlich zu einer klaren Aussage finden.

Der vor einem Jahr bzgl. des Windparks am Sattelberg wird vom Ausschuss solange nicht bearbeitet, solange kein rechtkräftiges Urteil im örtlichen Verfahren vorliegt.

Zweites Hauptthema der Sitzung war am Vortag das Vorgehen bzgl. der Vertiefungsphase des 2012 beschlossenen neuen Überprüfungsverfahrens. Der Ausschuss beschloss, zunächst das Thema Tourismus zu behandeln und zwar auf der Grundlage der Berichte des Ausschusses von 2009 und 2011, der Empfehlungen der Alpenkonferenzen sowie weiterer heranzuziehender Informationen, wie z.B. dem RSA IV (4. Alpenzustandsbericht). Für die nächste Sitzung werden die bzgl. Tourismus in den Unterlagen festgestellten Defizite und Schwierigkeiten in der (rechtlichen) Umsetzung der Alpenkonvention zunächst zusammengestellt. Interessant wird die Frage, welche Prioritäten der Bearbeitung dann gesetzt werden sollen.
Der CAA wird sich weiterhin aktiv in die Arbeit des Ausschusses einbringen.

Alpenkonvention unter italienischem Vorsitz

Am 7./8. März fand in Bozen die erste Sitzung des Ständigen Ausschusses der Alpenkonvention unter dem neuen italienischen Vorsitz 2013/14 statt, eingebettet in eine "Alpine Spring Festival" genannte Woche mit Veranstaltungen zu vielen Themen, die auch in den Arbeitsgruppen und Plattformen der Alpenkonvention diskutiert werden. Ein Schwerpunkt des italienischen Vorsitzes wird das Thema Energie bilden, das im Rahmen einer neuen Plattform unter Schweizer Vorsitz bearbeitet wird und sich mt der Nutzung, Produktion, Speicherung und dem Transport von Energie befasst. Umweltminister Clini eröffnete die Sitzung des Ständigen Ausschusses - und besuchte anschließend eine (Lobby-)veranstaltung des Südtiroler Unternehmerverbandes. Der CAA wird einen Experten in die Plattform entsenden.
Weiterhin wird es eine neue AG Bergwald geben, die sich mit der Schutz- und Nutzfunktion des Waldes und dem Erhalt der Biodiversität auseinandersetzt. Geplant ist außerdem eine bessere Koordination der Arbeit der mittlerweile sehr zahlreichen Arbeitsgruppen und Plattformen.

 

Mitgliederversammlung am Ende der Alpenwoche 2012 in Poschiavo

Am Ende der Alpenwoche, die vom 5.-8. September 2012 in Poschiavo in Graubünden stattfand, hat die diesjährige CAA-Mitgliederversammlung mehrere wichtige Beschlüsse gefasst.
So wird Englisch ab sofort neben Deutsch zweite Hauptsprache des CAA, ein entsprechender Teil der Website wird eingerichtet. Die Mitgliederversammlung beschloss außerdem zwei von der Kommission Naturschutz und alpine Raumordnung erarbeitete Positionspapiere zu aktuellen Alpenthemen, nämlich zur Energiepolitik und zu Erlebnisinstallationen. Von der Bergsportkommission waren gemeinsame Empfehlungen zur Sicherheit auf Klettersteigen und zum sicheren Bergwandern in die Mitgliederversammlung eingebracht worden, die wie das Papier "Bergsport und Risiko" ebenfalls beschlossen wurden.

Am Vortag der Mitgliederversammlung hatte der CAA im Rahmen der Alpenwoche mit positiver Resonanz ein Quiz mit dem Titel "Alpinismus zwischen Funpark und Klimawandel" veranstaltet, das die Themen "Erlebnisinstallationen" und "Bergsport und Klimawandel" interaktiv mit dem Publikum und humorvoll moderiert von Michael Ruhland (Chefredakteur des Magazins "Bergsteiger") vorstellte. Die Experten Ulla Schüpbach (SAC), Georg Unterberger (OeAV), Jörg Ruckriegel (DAV) und Jürg Meyer (Bergführer und Geologe) erläuterten die Problematik und legten die Positionen und Aktivitäten der alpinen Verbände dar (Foto Experten). Der CAA, der Mitorganisator dieser vielfältigen Alpenwoche war, präsentierte diese Themen außerdem an einem Marktstand im "Forum" der Alpenwoche.

Erstmals fand die Alpenwoche gemeinsam mit Ständigem Ausschuss der Alpenkonvention und der 12. Alpenkonferenz der Umweltminister statt, was sich als gelungener Versuch herausstellte und die insgesamt über 400 Teilnehmer miteinander ins Gespräch brachte. Die Minster beschlossen u.a. eine vertiefte Beschäftigung mit der Energieproblematik in den Alpen, wozu auch eine Plattform "Energie" eingerichtet werden wird. Außerdem wurde das "Input-Paper" der Alpenkonvention für die Diskussion um die Einrichtung einer makroregionalen Alpenstrategie sowie ein neues Überprüfungsverfahren verabschiedet.

Windpark Sattelberg/Brenner: CAA stellt Antrag an Überprüfungsausschuss der Alpenkonvention

Der CAA hat am 16.4. an den Überprüfungsausschuss der Alpenkonvention ein "Ersuchen um Überprüfung einer vermuteten Nichteinhaltung" gerichtet: Der Ausschuss hat auf seiner Sitzung am 19./20.4. 2012 entschieden, in den nächsten Monaten zu prüfen, ob das Projekt "Windpark Sattelberg" mit dem Energieprotokoll Art. 2 Abs. 4 vereinbar ist, wonach die Vertragsstaaten Schutzgebiete und ihre Pufferzonen bewahren. Weiterhin wird der Ausschuss sich damit befassen, ob das Energieprotokoll von Italien einzuhalten ist, auch wenn der Staat es bisher nicht ratifiziert hat - aber die EU.
Ein solches "Anlassverfahren" ist ein Novum in der Geschichte der Alpenkonvention, bis dato hat sich der Ausschuss vor allem mit der periodischen Überprüfung der rechtlichen Umsetzung der Alpenkonvention durch die Vertragsstaaten anhand von Fragebögen sowie zuletzt mit einer Reform dieses Verfahrens befasst. Er kann Empfehlungen und Beschlüsse der Alpenkonferenz der Umweltminster initiieren.
Am Kamm des Sattelbergs sollen auf Südtiroler Gebiet 19 Windräder sowie entsprechende Zufahrtsstraßen errichtet werden. Das Projektgebiet grenzt u.a. an das Landschaftsschutzgebiet Nösslachjoch-Obernberger See-Tribulaune in Tirol/Österreich. Die Südtiroler Landesregierung hat das Vorhaben im Oktober 2011, veröffentlicht im Februar 2012, für umweltverträglich erklärt, obwohl mehrere Fachgutachten ein negatives Urteil ausgesprochen hatten. Auch die Alpenvereine von Südtirol, Österreich, Italien ud Deutschland (AVS, OeAV, CAI und DAV) haben sich in Stellungnahmen gegen das Projekt ausgesprochen.
Der CAA hat bereits 2006 eine Position zu Windkraftanlagen in Gebirgsräumen entwickelt, auf die seine Mitgliedsverbände nun Bezug nehmen konnten. 

 

 

Alpenwoche 2012: Erneuerbare Alpen: Valposchiavo/CH, 5. bis 8. September 2012

 „Wie erneuerbar sind die Alpen?“ „Welches sind erneuerbare Ressourcen, auf denen die Alpen ihre Zukunft bauen können?“ „Wie lassen sich Erfahrung und traditionelles Wissen für eine nachhaltige Zukunft nutzen?“ Diese Fragen werden im Rahmen der dritten Alpenwoche vom 5.-8. September 2012 im Valposchiavo, Schweiz, diskutiert. Wer sich für die Alpen engagiert ist eingeladen, sich bei den vielfältigen Vorstellungen und Diskussionen die von Naturschutz bis hin zu demografischem Wandel reichen, einzubringen. Fachliche und kulturelle Beiträge können bis 15. Februar eingereicht werden: http://www.alpweek.org/2012/d/call.php

Die Alpenwoche wird am 5. September mit einem öffentlichen Symposium durch die schweizerische Umweltministerin Doris Leuthard, eröffnet. Eine Vielzahl an Aktivitäten ermöglicht den Teilnehmern danach, sich von verschiedenen Referenten und engagierten Interessensvertretern inspirieren zu lassen, welche über ihre Projekte zur gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Erneuerung im Alpenraum berichten.  

Die Alpenwoche findet 2012 im Rahmen des Schweizer Vorsitzes der Alpenkonvention statt. Sie bietet den Rahmen für die gleichzeitig stattfindende XII. Alpenkonferenz, bei der die UmweltministerInnen der Alpenstaaten Leitlinien einer gemeinsamen Alpenpolitik formulieren. Die Alpenwoche wird getragen von der Internationalen Alpenschutzkommission CIPRA, dem Gemeindenetzwerk "Allianz in den Alpen", dem Internationalen Wissenschaftliches Komitee Alpenforschung ISCAR, dem Netzwerk Alpiner Schutzgebiete ALPARC und dem CAA. Sie freuen sich, die verschiedenen Organe der Alpenkonvention, Behörden, alpenweite Netzwerke, Programme und Initiativen, Organisationen und Unternehmen willkommen zu heissen – zusammen mit allen interessierten Bewohnern und Besuchern der Alpen.

Der CAA wird sich voraussichtlich mit den Themen "Funpark-Installationen" und "Auswirkungen des Klimawandels auf den Bergsport" an der Alpenwoche beteiligen und auch seine Mitgliederversammlung im Rahmen der Alpenwoche abhalten.
Mehr Informationen: www.alpweek.org 

CAA-Mitgliederversammlung: Engagierte Diskussion zur Makroregion Alpen und ein neuer Präsident

 Ein großer Teil der diesjährigen Mitgliederversammlung des Club Arc Alpin, die  am 10. September auf Einladung des CAI in Bergamo stattfand, stand im Zeichen einer ausführlichen Diskussion über das Thema „Makroregionale Alpenstrategie“. Eine solche Strategie soll im Zuge der europäischen Kohäsionspolitik möglicherweise – analog zu den bestehenden Strategien für das Baltikum und den Donauraum – entwickelt werden, auch die Gremien der Alpenkonvention setzen sich seit 2010 damit auseinander. In Anwesenheit des Generalsekretärs der Alpenkonvention, Marco Onida, diskutierten die Präsidenten und sonstigen Delegierten der acht CAA-Mitgliedsverbände mögliche Vor- und Nachteile einer solchen Strategie für den Alpenraum und verabschiedeten anschließend eine Position, die sich für eine führende politische Rolle der Alpenkonvention im Prozess der Entwicklung einer solchen Strategie ausspricht. Außerdem plädiert der CAA dafür, dass sich eine mögliche Makroregion Alpen auf das Territorium der Alpenkonvention beschränken sollte, da bei einem wesentlich größeren Territorium der Gebirgsraum an Priorität verlieren würde. Außerdem sollten die Alpenkonvention bzw. ihre Protokolle auch die wesentlichen Inhalte einer Alpenstrategie entscheidend bestimmen.

Weiterhin wurden von der Mitgliederversammlung gemeinsame Regeln der CAA-Verbände für die Sicherheit auf Klettersteigen verabschiedet und der Zwischenstand des Projekts „Energieeffizienz im Hüttenwesen“ präsentiert. Im Rahmen dieses Projekts wird eine Matrix entwickelt, mit deren Hilfe die Verbände überprüfen können, ob ein Um- oder Neubau einer Hütte tatsächlich energieeffizient ist.

Am Schluss der Versammlung wurde Josef Klenner wegen der Doppelbelastung durch sein Amt als DAV-Präsident als langjähriger CAA-Präsident verabschiedet. Er war seit 2004 Präsident des CAA, hat aber schon in den 1990er Jahren, als der Vorsitz noch alle zwei Jahre wechselte, dem CAA vorgestanden und die Anfänge und den Aufbau des CAA mitgeprägt. Als DAV-Präsident wird er auch in Zukunft dem CAA verbunden bleiben.
Zu seinem Nachfolger wählte die Mitgliederversammlung Klaus-Jürgen Gran, passionierter Bergsteiger und Rechtsanwalt aus Osnabrück, der sich bereits seit den 1970er Jahren in zahlreichen ehrenamtlichen Funktionen im DAV engagiert und sich nun auch international für die Interessen der Bergsportverbände einsetzen möchte.

Alpenkonvention setzt Schwerpunkte

Die erste Sitzung des Ständigen Ausschusses der Alpenkonferenz unter Schweizer Vorsitz nach der 11. Alpenkonferenz am 29. und 30.06. 2011 in Vaduz/Liechtenstein war nicht nur sehr gut vorbereitet und wurde durch Maria Lezzi, Direktorin des Bundesamtes für Raumentwicklung (ARE), inhaltsorientiert und zielgerichtet geleitet. Sie ließ durch Konzentration auf vergleichsweise wenige Tagesordnungspunkte und Nutzung von - in dem Kreis - neuen Formaten und Methoden auch die Erwartung entstehen, dass in dem relativ kurzen Zeitraum des Schweizer Vorsitzes bis Ende 2012 tatsächlich konkrete Ergebnisse und Fortschritte bei der Umsetzung der Alpenkonvention erreicht werden können.

Verabschiedet wurden das neue Arbeitsprogramm der Plattform „Ökologischer Verbund“, und die Mandate der neuen Arbeitsgruppe „Makroregionale Strategie“ sowie der Plattform „Berglandwirtschaft“. Des Weiteren wurden eine erste Struktur sowie der Zeitplan für die Erstellung des 4. Alpenzustandsberichts zum Thema „Nachhaltiger Tourismus“ durch eine neu eingerichtete „Ad-hoc-Arbeitsgruppe“ beschlossen.

Die Arbeitsgruppe „Makroregionale Strategie“ soll bis zur 12. Alpenkonferenz den Beitrag der Alpenkonvention zu einer solchen – möglicherweise - von vielen Stakeholdern zu entwickelnden Strategie erarbeiten, d.h. Ziele und Herausforderungen sowie den Mehrwert durch die Alpenkonvention. Der CAA wird sich voraussichtlich an allen drei neuen Arbeitsgruppen durch Vertreter seiner Mitgliedsverbände beteiligen.

An moderierten, runden Tischen mit jeweils 6-8 Teilnehmern fanden offene Diskussionen über Biodiversität, eins der fünf Schwerpunktthemen des neuen Mehrjährigen Arbeitsprogramms (MAP), statt, jeweils in Bezug zu anderen Bereichen der Alpenkonvention, wie z.B. touristische Infrastruktur, Berglandwirtschaft oder große Beutegreifer. Die vielfältigen Ergebnisse dieser Tischrunden sollen nun weiterentwickelt werden. Konkret wurde durch diese Diskussion der Beschluss vorbereitet, dass die Plattform Berglandwirtschaft noch im Laufe des Sommers eine Resolution zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU auf der Basis des entsprechenden Protokolls entwirft.

In den letzten Wochen haben alle drei CAA-Kommissionen ihre Jahrestreffen abgehalten:

Die Kommission Bergsport, Ausbildung und Sicherheit hat auf ihrem Treffen am 9. und 10.6.2011 im slowenischen Vratatal als wichtigstes Ergebnis die Arbeit an gemeinsamen Empfehlungen für das Begehen von Klettersteigen abgeschlossen. Die Empfehlungen sollen liegen im September der Mitgliederversammlung zum Beschluss vor und sollen in allen Mitgliedsverbänden kommuniziert werden. Außerdem befasste sich die Kommission mit dem Vorstandsentwurf für ein Grundsatzpapier „Recht auf Risiko“, das ebenfalls die CAA-Mitgliederversammlung im September beschließen soll. Im Hinblick auf die Ergebnisse des Bozener Expertenworkshops zur italienischen Rechtslage bzgl. der Auslösung von Lawinen stellte die Kommission als entscheidend für die Tourenpraxis fest: Das Auslösen einer Lawine ohne Auswirkung auf die öffentliche Unversehrtheit ist NICHT strafbar.

Bei der Kommission Hütten und Wege, die sich am 8. und 9. 6. auf der Meraner Hütte in Südtirol traf, wurde das weitere Vorgehen beim Projekt „Energieeffizienz im Hüttenwesen“ abgestimmt und über den Entwurf einer Matrix für die Untersuchung der ausgewählten Hütten diskutiert. Daneben stand der Erfahrungs- und Informationsaustausch zu Vorschriften und Problemen beim Brandschutz sowie die EDV-mäßige Erfassung der Übernachtungen im Mittelpunkt.

Bereits am 30.4. fand das Jahrestreffen der Kommission Naturschutz und Alpine Raumordnung in München statt. Mit Hilfe von Umfrageergebnissen aus den Verbänden strebt die Kommission die Erarbeitung einer CAA-Position zu „Funpark-Installationen“ (z.B. alpine Aussichtsplattformen, spektakuläre Hängebrücken, Flying Foxes usw.) an. Außerdem wird an einer Übersicht zur Umweltbildung in den einzelnen Verbänden gearbeitet. Daneben befasste sich die Kommission mit verschiedenen aktuellen Themen bei der Alpenkonvention, so z.B. der "Strategie für eine Makroregion Alpen", und der „Alpenwoche“ 2012.

2010

Ist das Auslösen einer Lawine strafbar?

Insbesondere in Südtirol geht unter Tourengehern seit längerem die Angst vor strafrechtlichen Folgen für das Auslösen einer Lawine um, weil die Rechtslage in Italien diesbezüglich für viele unklar ist. So werden bisweilen Lawinenabgänge nicht gemeldet, was wiederum schlimme Auswirkungen auf die Rettung Verschütteter haben kann. Auch die CAA-Bergsportkommission hat sich bereits mit diesem Thema befasst. Nun sind von der Europäischen Akademie Bozen die Ergebnisse eines Experten-Workshops vom Herbst 2010 veröffentlicht worden. Sie fassen die Rechtslage allgemeinverständlich zusammen, wenn sie auch kein rechtsverbindliches Dokument darstellen.
zu den Ergebnissen des Workshops 

Alpenkonferenz weiter mutlos

Es war leider zu erwarten: Die 11. Konferenz der Umweltminister der Alpenstaaten, die am 8. und 9. März 2011 in Brdo bei Kranj in Slowenien stattfand, hat keine wirklich wegweisenden Beschlüsse gefasst, die der Umsetzung der Alpenkonvention als bedeutendem Vertragswerk für eine nachhaltige Entwicklung im Alpenraum – 20 Jahre nach seiner Unterzeichung - neuen Schwung verleihen könnten. So nahmen auch nur drei Minister – aus Slowenien, Österreich und Liechtenstein – an der Konferenz teil, alle anderen ließen sich durch Staatssekretäre oder Botschafter vertreten. Ausführlichstes Thema war die Diskussion über eine „europäische Strategie für den Alpenraum“, zu dem eine Deklaration verabschiedet wurde, die die Absicht verfolgt, die Alpenkonvention als Forum für diese auf EU-Ebene stattfindenden Diskussionen anzubieten und ihren Einfluss bei der Entwicklung eben dieser „makroregionalen Alpenstrategie“ zu stärken. 
Nach zwei Jahren unter slowenischem Vorsitz übernimmt diesen nun bis Ende 2012 die Schweiz. Schwerpunkte des ebenfalls in Brdo in seinen Grundlagen verabschiedeten Arbeitsprogramms der nächsten Jahre sollen die Handlungsfelder Demographischer Wandel, Klimawandel, Tourismus, Biodiversität und Verkehr und Mobilität sein. Es gilt nun, die Themen mit konkreten Zielen und Maßnahmen zu füllen und vor allem, diese umzusetzen. Die Schweizer Delegation hat – obwohl das Schweizer Parlament erst vor wenigen Monaten die Ratifizierung der Alpenkonventionsprotokolle abgelehnt hat – nochmals bekräftigt, sich aktiv für eine gute Zusammenarbeit zur Lösung der Probleme im Alpenraum einzusetzen.
Der Club Arc Alpin wird den weiteren Prozess als offizieller Beobachter aktiv begleiten.

Ständiger Ausschuss der Alpenkonferenz ohne Zukunftsvisionen

Am 28. und 29.10. 2010diskutierte der Ständige Ausschuss der Alpenkonferenz in Innsbruck über die Berichte aus den zahlreichen Arbeitsgruppen der Alpenkonvention, beriet aber auch übergreifende Themen mit langfristigen Auswirkungen wie die unter „Zukunft der Alpenkonvention“ behandelte Strukturdebatte, das Thema „Makroregion Alpen“, das Mehrjährige Arbeitsprogramm (MAP) 2011-2016 und die Umsetzung des 2009 beschlossenen „Aktionsplans Klimawandel“.
Der Ständige Ausschuss besteht aus Vertretern der Umweltministerien der Vertragsstaaten der Alpenkonvention und mehreren internationalen Beobachterorganisationen, darunter der Club Arc Alpin (CAA), der Dachverband der alpinen Verbände des Alpenbogens.
Die Diskussion zur „Zukunft der Alpenkonvention“ war im Frühjahr vor allem von Österreich angestoßen worden, um Visionen für eine bessere Umsetzung der Alpenkonvention zu entwickeln. Auf einer Sondersitzung des Ständigen Ausschusses im Juni wurden Vorschläge gesammelt, und Vertragsparteien und Beobachter verfassten zahlreiche Stellungnahmen, die nun zu einem Bericht mit Beschlussvorschlägen zusammengefasst worden waren. Leider gelang es in Innsbruck nicht, sich auf Gemeinsames zu einigen, Entscheidungen wurden vertagt.
Auch die Umsetzung des „Aktionsplans Klimawandel“ geht in den Gremien der Alpenkonvention schleppend voran; unabhängig von diesen Gremien wurde immerhin im Rahmen des EU-Alpenraumprogramms „Alpine Space“  ein gemeinsames Projekt mehrerer Alpenstaaten eingereicht, mit noch offenem Ausgang.
Insgesamt wurde deutlich, dass die Umsetzung der Alpenkonvention vor allem in konkreten Projekten auf lokaler und regionaler Ebene wie z.B. „Bergsteigerdörfer“ sowie in internationalen Netzwerken wie z.B. ALPARC stattfindet und dort auch eine Zukunft hat. Auch mehrere Arbeitsgruppen der Alpenkonvention,  wie „Verkehr“ und „Wasserwirtschaft“, leisten sehr erfolgreiche und wertvolle Arbeit, wie z.B. die Entwicklung von Leitlinien für Kleinwasserkraftwerke.
Der Ständige Ausschuss billigte außerdem die von der Schweiz vorgeschlagenen Prioritäten Demographischer Wandel, Klimawandel, Tourismus, Biologische Vielfalt, Verkehr und Mobilität für das Mehrjahresprogramm der Alpenkonvention 2011-2016. Die Schweiz wird im März 2011 turnusgemäß den Vorsitz der Alpenkonvention übernehmen. Dass das Schweizer Parlament kürzlich die Ratifizierung der Protokolle der Alpenkonvention abgelehnt hat, ändert nach Angaben der Delegation nichts am Schweizer Engagement für die Umsetzung der Ziele der Alpenkonvention.

Es bleibt zu hoffen, dass bis zur Alpenkonferenz der Umweltminister im März 2011 noch konkrete Vorschläge für zukunftsweisende Beschlüsse erarbeitet werden. 

CAA-Mitgliederversammlung in München

Am Samstag, dem 11. September, fand die diesjährige, ordentliche Mitgliederversammlung des CAA auf Einladung des Deutschen Alpenvereins in München statt. Nach konstruktiven und sachlichen Diskussionen wurde eine EU-Strategie und ein Papier mit Klimapolitischen Maßnahmen beschlossen. Weiterhin entschied die Versammlung sich für die Umsetzung des Projekts "Energieeffizienz im Hüttenwesen", das von der Hüttenkommission vorbereitet worden ist. Bei den turnusgemäßen Wahlen zum Vorstand wurde Josef Klenner wiederum zum Präsidenten und Danilo Skerbinek zum Vizepräsidenten gewählt. Kassierin wurde Gianna Rauch, die dem Vorstand seit letztem Jahr angehört. Die Delegierten wählten außerdem Dr. Oskar Wörz, Vizepräsident des OeAV und Franco Capraro vom CAI neu in den Vorstand.  
Foto: CAA-Mitgliederversammlung 2010

 Stellungnahmen zur Alpenkovention

Der CAA hat sich in den letzten Monaten durch mehrere Stellungnahmen am derzeit laufenden Prozess beteiligt, durch den die Umsetzung der Alpenkonvention und die Funktionsweise ihrer Gremien beschleunigt und verbessert werden soll. Zu diesem Themenbereich fand außerdem im Juni eine Sondersitzung des Ständigen Ausschusses in Slowenien statt, bei der der CAA ebenfalls vertreten war. Die Stellungnahmen sind im internen Bereich für die CAA-Mitgliedsverbände einsichtig.

Außerordentliche CAA-Mitgliederversammlung in Strunjan/Slowenien

Am 27. März 2010 fand auf Einladung des PZS in Strunjan an der slowenischen Adriaküste unter Teilnahme fast aller Präsidenten der CAA-Mitgliedsverbände eine Außerordentliche Mitgliederversammlung in ungewohnt mediterranem Ambiente statt. Im Mittelpunkt der Tagesordnung standen die zukünftigen Strategien und Ziele des CAA gegenüber der EU. Der CAA-Vorstand hatte verschiedene Vorschläge und Bausteine erarbeitet, worüber ausführlich diskutiert wurde. Das weitere Vorgehen und die Ziele werden in den nächsten Monaten durch eine Arbeitsgruppe konkretisiert. Wichtiger Diskussionspunkt war außerdem der freie Zugang zum Gebirge, da es - vor allem in Italien - gesetzliche Bestrebungen gibt, diesen stärker zu reglementieren. Der CAA-Vorstand wurde beauftragt, dazu einen Aktionsplan zu entwickeln. Auf großes Interesse stieß eine Projektskizze der Hüttenkommission zur "Energieeffizienz im Hüttenwesen", die ebenfalls weiterverfolgt werden soll.
Foto: Die Teilnehmer der Außerdentlichen CAA-Mitgliederversammlung

Im Rahmen der Mitgliederversammlung erreichte außerdem ein alpinhistorisch bedeutsames Stück seinen usprünglichen Besitzer: DAV-Präsident Heinz Röhle überreichte seinem Kollegen Georges Elzière vom FFCAM die Flagge der französischen Expedition der Annapurna-Erstbesteigung 1950. Diese war kurz nach der Expedition bei einem Vortrag in München vergessen worden und "schlummerte" seitdem im DAV-Archiv. Im Zuge der dortigen Sanierungsarbeiten kam sie ans Licht und konnte nun offziell übergeben werden.
Foto der Übergabe: FFCAM-Präsident Elzière, DAV-Präsident Röhle und CAA-Präsident Klenner.

Archiv

2009

November 2009: 5. Newsletter erschienen

Hier können Sie den 5. Newsletter des CAA herunterladen.

Änderung der Geschäftszeiten

Ab dem 01.10.2009 gelten folgende Geschäftszeiten:
Montag und Donnerstag: 9.00 - 16.30 Uhr
Dienstag, Mittwoch und Freitag: 8.30 - 12.30 Uhr.

CAA-Mitgliederversammlung in Innsbruck

Am 12. September 2009 hat die diesjährige Mitgliederversammlung auf Einladung des OeAV in dessen neuem Haus in Innsbruck stattgefunden. Ca. 20 Delegierte und Vorstandsmitglieder, darunter fünf Präsidenten der Mitgliedsverbände, diskutierten engagiert und konstruktiv über die Ausweitung des EU-Engagements des CAA und die CAA-Klimastrategie. Beschlossen wurden eine Reihe von politischen Forderungen zum Klimawandel.  Darüber hinaus wurden Positionspapiere zu Klettersteigen und zum motorisierten Offroad-Verkehr verabschiedet, die Sie in Kürze mehrsprachig unter "Publikationen" herunterladen können. Außerdem wurde auf Vorschlag des SAC als neues Vorstandsmitglied Frau Gianna Rauch aus dem Unterengadin gewählt, nachdem Michael Caflisch auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand ausgeschieden ist. Auf der Tagesordnung stand weiterhin die Verabschiedung der Jahresplanung der drei Kommissionen sowie des Vorstands.
Foto: Die Teilnehmer der Mitgliederversammlung in Innsbruck.

4. Newsletter erschienen

Hier können Sie den 4. CAA-Newsletter, der Sie über Aktuelles im CAA infrmormiert, herunterladen.

10. Alpenkonferenz: Vage Antworten auf den Klimawandel

 Der von der 10. Alpenkonferenz am 12. März 2009 in Evian les Bains verabschiedete „Klima-Aktionsplan“ enthält kaum konkrete, umsetzungsorientierte Maßnahmen. Absicht und Auftrag  an den französischen Vorsitz der letzten zwei Jahre war, die Alpen zur Modellregion für Prävention und Anpassung an den Klimawandel zu machen. Die Beobachter der Alpenkonvention, vor allem CIPRA und CAA, hatten wiederholt eine Konkretisierung der vorliegenden Vorschläge gefordert. Eine Einigung der Länder war jedoch nur auf sehr allgemeinem Niveau möglich, man beschloss aber immerhin die Verpflichtung der Vertragsparteien, konkrete Maßnahmen gegen den Klimawandel zu treffen und sie mit den notwendigen finanziellen Ressourcen auszustatten. Die Umsetzung dieser Verpflichtung wird nun unter der neuen slowenischen Präsidentschaft der Alpenkonvention erwartet.
Eine von den Beobachtern der Alpenkonvention gemeinsam entwickelte Deklaration wurde der Ministerrunde übergeben und rief u.a. dazu auf, die Alpenkonvention in den Ländern effektiver umzusetzen, sie besser zu kommunizieren und die Strukturen zu reformieren.
Positiv für die Bergsportverbände: Entsprechend dem vorgelegten Bericht der Arbeitsgruppe „Unesco-Welterbe“ der Alpenkonvention hat „Alpinismus“ gute Chancen, als Kriterium für die Aufnahme einer Region in die Welterbe-Liste anerkannt zu werden.

 
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Mitgliedsverbände:

Alpenverein SüSüdtirol Liechtensteiner Alpenverein Deutscher Alpenverein Schweizer Alpen-Club / Club Alpin Suisse Planinske zveve Slovenije Österreichischer Alpenverein fédération francaise des clubs alpins et de montagne Club Alipno Italiano